| Carpolestidae | |
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| Carpolestes aus dem Paläozän des westlichen Nordamerika. Bild © PBS.org | |
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| Zeitraum: | frühen Paläozän |
| Gewicht: | 20 - 50 g |
| Verbreitung: | Nordamerika, Asien |
| Gattungen: | Carpocristes Carpodaptes Carpolestes Carpomegadon Elphidotarsius Parvocristes Subengius |
| Systematik | |
Die Carpolestidae waren kleine Primaten von der Größe einer Maus (20 - 50g), die während des Paläozäns im Westen Nordamerikas und im späten Paläozän bis zum frühen Eozän in China verbreitet waren.
Zur Familie Carpolestidae zählt man sieben Gattungen (Siehe Infobos). Aus jeder Gattung sind zahlreiche Arten bekannt. Aufgrund ihrer unverwechselbaren morphologischen Spezialisierungen und der nur kurzen Zeit, in der sie überdauerten, eignen sich die Überreste von Carpolestiden sehr gut für biostratigraphische Analysen früher tertiärer Sedimente.
Die Carpolestiden sind primitiver als alle anderen Plesiadapiformes, abgesehen von Purgatorius, denn alle Arten haben drei obere Schneidezähne beibehalten und bei einer Art trifft das auch für die unteren Schneidezähne zu [1][2]. In den meisten Aspekten der Gebissmorphologie ähneln Carpolestiden den Plesiadapiden mehr als jedem anderen Mitglied der Plesiadapiformes, wobei man davon ausgehen kann, dass es sich dabei um Schwestergruppen handelt [3]. Diese Schlussfolgerung widerspricht der Zuweisung der Carpolestidae zu den Tarsiiformes von McKenna und Bell (1997).
Wie Carpolestiden ihre Zähne genau für die Aufbereitung ihrer Nahrung und welche Art von Nahrung sie zu sich nahmen, läßt sich schwer rekonstruieren. Die wenigen lebenden Säugetierarten, die ähnliche aber nicht identische vergrößerte Prämolare aufweisen, sind in einigen Fällen vorwiegend Insektenfresser (z.B. einige Beutelsäuger) und in anderen Fällen teilweise Pflanzenfresser (Känguruhratte).
Ein alternativer Ansatz, um dieses Problem zu lösen, ist die direkte Betrachtung der Prämolare unter dem Mikroskop, um so den Abnutzungsgrad zu bestimmen und auf die Einsatzweise der Zähne und so auf die Nahrung zu schließen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lassen darauf schließen, dass Carpolestiden ihre scharfen Zähne dazu verwendeten, um hartschalige Objekte mit weichem Kern, vielleicht Nüsse, hartschalige Früchte, oder um sogar Insekten mit hartem Panzer zu öffnen [4]. Ähnlichkeiten zwischen den Backenzähnen der Carpolestiden und den Insekten fressenden Koboldmakis (Tarsius) unterstützen die letztgenannte Möglichkeit.
Carpolestes hatte im Vergleich mit vielen anderen archaischen Primaten ein relativ kurzes Gesicht. Man kennt keine postcranialen Überreste von Mitgliedern dieser Familie.
[1] Fox, 1993; [2] Bloch und Gingerich, 1998; [3] Silcox et al., 2001; [4] Biknevicius, 1986
