Evolution der Primaten: Gattung Plesiadapis

Plesiadapis verbrachte bei der Suche nach Früchten und Blättern bereits längere Zeit im unteren Geäst der Bäume.
Zeitraum: spätes Paläozän bis frühes Eozän
Gewicht: 429 - 729 g
Verbreitung: Nordamerika, Europa
Arten: P. anceps
P. churchilli
P. cookei
P. dubius
P. fodinatus
P. gingerichi
P. praecursor
P. remensis
P. rex
P. russelli
P. simonsi
P. tricuspidens
P. walbeckensis
Schwestertaxa: Pronothodectes
Nannodectes
Chiromyoides
Jattadectes
Platychoerops
Systematik
ein aus

Plesiadapis ist eine artenreiche Gattung von Primaten aus der Famile Plesiadapidae innerhalb der Klade Euprimateformes, die vor 58 - 55 Millionen Jahren in Nordamerika und Europa verbreitet war. Plesiadapis hatte in etwa die Größe eines heutigen Eichhörnchens. Plesiadapis hatte noch Krallen und seine Augen befanden sich an den Seiten des Kopfes, wodurch sie sich sicherer und schneller auf dem Boden bewegen konnten, als in den Bäumen. Aber Plesiadapis begann bereits bei der Suche nach Früchten und Blättern längere Zeit im unteren Geäst zu verbringen.

Die Gattung entstand wahrscheinlich in Nordamerika und wanderte auf einer Landbrücke über Grönland nach Europa ein. Dank der großen Anzahl der Arten und ihrer rasanten Evolution spielt die Gattung Plesiadapis eine wichtige Rolle in der Verteilung spätpaläozäner kontinentaler Sedimente und bei der Korrelation der Tierwelt beiderseits des Atlantiks.

In französischen Seeablagerungen in der Nähe von Menat im Département Puy-de-Dôme in der Auvergne fand man zwei bemerkenswerte Skelette von Plesiadapis, eines davon ist fast vollständig erhalten. Obwohl der Zustand der Hartteile nicht besonders gut ist, zeigen diese Skelette noch Reste von Haut und Haaren als kohligen Film - das ist einzigartig unter den fossilen Säugetieren des Paläozäns. Bei den Fossilien aus Cernay, auch Frankreich, sind die Details der Knochen besser erhalten - Plesiadapis ist dort eines der häufigsten Säugetiere.

Der Schädel von Plesiadapis ist relativ breit und flach mit einer langen Schnauze und nagetierähnlichem Kiefer sowie langen, durch eine Lücke von den Backenzähnen getrennte Schneidezähnen.

Die Augen lagen immer noch an der Seite des Kopfes, was Plesiadapis im Gegensatz zu modernen Primaten, deren Augen nach vorne gerichtet sind, kein dreidimensionales Sehen ermöglichte. Obwohl die Hirnschale nach heutigen Standards klein war, war das Gehirn bereits größer als bei den zur selben Zeit lebenden Huftieren.

Plesiadapis hatte sehr bewegliche Gliedmaßen mit stark gekrümmten Klauen sowie einen langen buschigen Schwanz, der bei einem der Menat-Skelette wunderschön erhalten ist. Über das Verhalten der Plesiadapis ist in der Vergangenheit viel diskutiert worden. Eine kletternde Fortbewegungsweise könnte man von einem Verwandten der Primaten zwar erwarten, jedoch sind Fossilfunde von Baumbewohnern in so großer Anzahl, wie man sie von Plesiadapis kennt, sehr selten. Basierend auf diesen und anderen Überlegungen, haben einige Paläontologen geschlossen, dass diese Tiere hauptsächlich auf dem Boden lebten und ein ähnliches Verhalten an den Tag legten, wie die heutigen Murmeltiere oder am Boden lebende Eichhörnchen.

Neuere Untersuchungen haben jedoch bestätigt, dass sich die Anatomie der Plesiadapis sehr gut eignet, um geschickt in den Bäumen zu klettern und am ehesten mit baumlebenden Beuteltieren, wie z. B. den Opossums, verglichen werden kann.

Gingerich, P.D. (1976). "Cranial anatomy and evolution of early Tertiary Plesiadapidae (Mammalia, Primates)". University of Michigan Papers on Paleontology 15: 1–141.

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