| Purgatorius | |
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| Zeitraum: | frühes Paläozän |
| Gewicht: | ca. 150g |
| Verbreitung: | Nordamerika |
| Arten: | P. janisae P. titusi P. unio |
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| Fundregion Purgatory Hills (Hells Creek) | |
| Systematik | |
Purgatorius ist der Gattungname von drei ausgestorbenen Spezies, die möglicherweise die frühesten Primaten, Proto-Primaten oder die Vorläufer der Plesiadapiformes repräsentieren.
Die Überreste von Purgatorius wurden erstmals in der Hell-Creek-Formation nahe der Stadt Purgatory Hill im Osten Montanas, USA entdeckt. Die Ablagerungen, in denen die Fossilien entdeckt wurden, sind 65 Millionen Jahre alt - somit könnte Purgatorius ein Zeitgenosse der letzten Dinosaurier gewesen sein. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden 1974 von William Clemens in einer Ausgabe des Wissenschaftsjournals Science veröffentlicht. Clemens beschreibt das Tier als primatenähnlich und von der Größe einer heutigen Ratte.
Die frühesten Primaten entwickelten sich aus insektenfressenden Säugetieren, und zwar irgendwann am Ende der Kreidezeit, der letzten Periode des Zeitalters der Reptilien. Es ist fast unmöglich festzustellen, in welcher Beziehung Primaten in dieser Zeit zu anderen Säugetieren stehen, aber es gibt Hinweise aus der Paläontologie, der vergleichenden Anatomie und aus biomolekularen Untersuchungen, dass Primaten enger mit Spitzhörnchen (Tupaia), Riesengleitern (Dermoptera) und Fledermäusen (Microchiroptera) verwandt sind, als mit allen anderen Säugetieren. Auch ist es schwierig, mehr als nur ein paar wenige gemeinsame Merkmale dieser heute lebenden Arten zu finden, da sich auch die Nachfolger dieser drei Säugetierordnungen in den vergangenen 60 Millionen Jahren weiter entwickelt haben.
Zu den fossilen Säugetieren aus der Übergangszeit von der späten Kreide zum frühen Paläozan, die am ehesten den Primaten ähneln, gehören die winzigen Mitglieder der Gattung Purgatorius [1][2]. Von ihnen kennt man mehrere Kiefer und eine große Anzahl an isolierten Zähnen mit der Zahnformel 3.1.4.3 im Unterkiefer. Die Merkmale, die Purgatorius von seinen Zeitgenossen unterscheiden und auf eine verwandtschaftliche Beziehung zu den frühen Primaten hindeuten, sind die vergrößerten Schneidezähne und andere Merkmale des Gebisses. Aus der relativen Höhe der Backenzahnhöcker und der geringe Größe selbiger kann man schließen, dass sich Purgatorius in erster Linie von Insekten ernährte.
Die Gattung Purgatorius kennt man von mehreren Fundorten in Nordamerika. Die Präsenz auf diesem Kontinent deutet aber nicht notwendigerweise auf einen nordamerikanischen Ursprung der Primaten hin, sondern scheint vielmehr eine Folge der seltenen Fossilfunde dieser Epoche in anderen Teilen der Welt zu sein. Die Merkmale, die Purgatorius mit späteren Primaten teilt, sind so allgemein (und auch so primitiv, im Vergleich zu fast allen späteren Säugetieren), dass auch Spezialisten nur schwer eine Verbindung mit heutigen Primaten herstellen können. In der Tat haben mehrere Autoren in Frage gestellt, ob es überhaupt eine Rechtfertigung für die Zuordnung solch primitiver Säugetiere zu den Primaten gibt.
Trotzdem ist Purgatorius eine plazentare Säugetiergattung - und Purgatorius ist bis heute die einzigste Gattung aus dem frühen Paläozän, die einige Merkmale mit den Primaten teilt. So gesehen erscheint es fast wahrscheinlich, dass der Gattung Purgatorius in der Reihe der möglichen Primatenvorfahren ein fester Platz gebührt. Und in den Ablagerungen dieser Zeit finden wir auch reichhaltige Zeugnisse der ersten Aufspaltung der frühen, primatenähnlichen Säugetiere: die Plesiadapiformes - im Englischen des öfteren als Achaic Primates bezeichnet - treten auf den Plan.
Link zu Purgatorius janisae
(mit Fundkarte)
Link zu Purgatorius titusi
(mit Fundkarte)
Link zu Purgatorius unio
(mit Fundkarte)
[1] SLOAN, R.E. and L. VAN VALEN. 1965. Cretaceous mammals from Montana. Science, 148: 22CL227.
[2] CLEMENS, W.A. 1974. Purgatorius, an early Paromomyid primate (Mammalia). Science, 184:903-905.
