Afrotarsius chatrathi

Zeitraum: Oligozän
Verbreitung: Afrika
Art: A. chatrathi
Schwestertaxa: A. libycus
Systematik
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Afrotarsius chatrathi ist ein ausgestorbener Primat aus der Familie Afrotarsiidae (innerhalb der Unterordnung Anthropoidea) der im mittleren Oligozän in Nordafrika verbreitet war.

Das Typusexemplar mit der Bezeichnung CGM 42830 ist ein Fragment eines rechten Unterkieferastes mit Molaren (M1-3) und den unteren Teilen der Kronen der Prämolare P3 und P4. Der Fund stammt aus der Jebel Qatrani Formation (Fayum, Ägypten) und ist zwischen 33,9 und 28,4 Millionen Jahre alt.

Größe und Morphologie des Fossils lassen Rückschlüsse auf die Lebensweise zu: Afrotarsius chatrathi war ein baumlebender Allesfresser.

Simons und Bown (1985) haben diese vermutlich etwa 32 Millionen Jahre alte Art beschrieben und sie vorläufig der Familie Tarsiidae zugeordnet. Das einzige Exemplar, CGM 42830, wurde von Prithijit Chatrath in oligozänen Sedimenten der Quarry M in der oberen Sequenz der Jebel Qatrani Formation (Fayum, Ägypten) gefunden.

Ginsburg und Mein (1987) sind im Gegensatz zu Simons und Bown (1985) der Ansicht, dass Afrotarsius chatrathi anthropoide Affinitäten aufweist, und stützen ihre Behauptung auf die Position des Paraconid. Sie sehen die Lage dieses Höckers eher labial im Trigonid, wie bei vielen Omomyidae und Parapithecidae. Wright et al. (2003) sind der Meinung, dass der paraconide Höcker bei Afrotarsius in der Nähe der Zahn-Mittellinie liegt - genau dort, wo er auch bei rezenten Koboldmakis liegt und bei Xanthorhysis sogar noch weiter lingual als bei Afrotarsius.

All diese leichten positionellen Unterschiede haben kaum eine Bedeutung, wenn grundlegende und variierende Merkmale nicht verstanden sind (Jernvall und Jung, 2000; Sauther et al, 2001). Nur bei rezenten Koboldmakis, wo zahlreiche Individuen untersucht werden können, können die allgemeine Einheitlichkeit der Positionen von Höckern und Kämmen dokumentiert werden. Darüber hinaus können die meisten Parapitheciden kaum beschrieben werden, als hätten sie einen deutlichen Paraconid, sie haben vielmehr einen Kamm mit keiner eindeutigen Spitze (Wright et al., 2003). Ginsburg und Mein (1987) finden auch, dass die geringere Größe des dritten unteren Backenzahns M3 bei Afrotarsius signifikant ist. Sie schlagen vor, Afrotarsius in eine neue Familie zu stellen, bei deren Mitgliedern M1-2 vom Typ Tarsier sind und M3 in der Form identisch, aber kleiner als die vorderen Backenzähne ist.

E. L. Simons and T. M. Bown. 1985. Afrotarsius chatrathi, first tarsiiform primate (? Tarsiidae) from Africa. Nature 313:475-477

S. Ducrocq, E. Buffetaut, H. Buffetaut-Tong, J.-J. Jaeger, Y. Jongkanjanasoontorn and V. Suteethorn. 1992. First fossil marsupial from South Asia. Journal of Vertebrate Paleontology 12(3):395-399

L. Ginsburg and P. Mein. 1987. Tarsius thailandica, nov. sp., premier Tarsiidae (Primates, Mammalia) fossile d'Asie. Comptes Rendus de l'Academie des Sciences, Serie II 304(19):1213-12

C. P. Wright, E. L. Simons, and S. Gursky. 2003. Tarsiers: Past, Present, and Future (Rutgers Series in Human Evolution). Rutgers. Univ. Pr.

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