Pondaungia cotteri

Zeitraum: Eozän
Verbreitung: Asien
Art: P. cotteri
Schwestertaxa: Pondaungia minuta
Unterkiefer von Pondaungia cotteri
Unterkiefer von Pondaungia cotteri. Ansicht lingual (A), labial (B) und occlusal (C). (Maßstrich, 1 cm.) © 2000, The National Academy of Sciences. Lizenz
Systematik
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Pondaungia cotteri ist der Name eines ausgestorbenen Primaten aus der Familie Amphipithecidae (innerhalb der Unterordnung Anthropoidea), der im Eozän in Asien verbreitet war.

Das Typusexemplar [?] mit der Bezeichnung GSI D203 ist ein Unterkiefer mit teilweise erhaltenen Unterkieferästen (Ramus) beider Kieferseiten mit chemisch korrodierten zweiten und dritten Molaren.

Die Funde stammen aus Sedimenten der Pondaung Sandstone Formation und sind zwischen 40,4 und 33,9 Millionen Jahre alt. Aufgrund ihrer Beschaffenheit glaubt man Aussagen über die Lebensweise machen zu können: Pondaungia cotteri war vermutlich ein auf Bäumen lebender Allesfresser.

Anatomisches

Bei einer französisch-burmesischen Expedition in die Pondaung-Region im November 1998 wurde ein rechter Unterkiefer entdeckt, der die noch fast vollständige Bezahnung aufwies. Es ist das kompletteste Gebiss von Pondaungia cotteri, das je gefunden wurde: So blieben der vollständige horizontale Ramus [?], die Alveoli [?] für den zweiten Schneide- und Eckzahn, sowie drei Prämolare und drei Molare (Backenzähne) erhalten. Die Symphysis [?] zeigte alle Merkmale der Haplorhini, war aber nicht wie bei letzteren verbunden. Die Wurzel des Eckzahns ist groß, der erste Prämolar ist nicht vorhanden, und der zweite Prämolar ist einfach verwurzelt, reduziert und sitzt schräg in der Zahnreihe, wie bei den Haplorrhini. Die Prämolare zeigen, mit der Zahnreihe verglichen, eine reduzierte mesio-distale Länge, und ihre Morphologie ist der von Amphipithecus mogaungensis sehr ähnlich. Es scheint daher sicher zu sein, dass die beiden Pondaung-Exemplare (Pondaungia und Amphepithecus) eng miteinander verwandt sind (oder sogar identisch sind), wobei Siamopithecus als Schwestergruppe angesehen werden kann.

Der Unterkiefer von 1998 aus der Pondaung-Formation zeigt alle haplorhinen Merkmale, die bereits bei der wissenschaftlichen Beschreibung der Familie Amphipithecidae (Amphipithecus und Siamopithecus) durch Jaeger et al. (1998) angegeben wurden. So z.B. das Vorhandensein von nur drei, schräg angeordneten Prämolaren, was typische haplorhine Merkmale sind (Beard et.al, 1994). Die Entdeckung der Prämolare und der Symphysis dieser Gattung bestätigt nach Ansicht der Forscher daher voll und ganz seinen Status als Angehöriger der Haplorrhini. Die Symphysen [?] dieser drei südostasiatischen Primaten sind zwar nicht verbunden, ähneln strukturell aber denen aller anderen Haplorhini. Die starke ähnlichkeit in der Struktur der Prämolaren von Pondaungia und Amphipithecus ist eher unerwartet und deutet auf eine enge phylogenetische [?] Beziehung zwischen diesen beiden Primaten hin, enger als die zwischen Pondaungia und Siamopithecus. Ein anderes seltsames Merkmal ist die starke parabolischen Form der Zahnbögen. Diese Form findet man auch bei Amphipithecus und Siamopithecus, aber weniger ausgeprägt als bei Pondaungia. Die starke konkave Form der Zahnreihen in der Seitenansicht ist ebenfalls ein Merkmal, das Pondaungia mit Amphipithecus und Siamopithecus teilt. Die adaptive Bedeutung dieser beiden Merkmale ist unklar, möglicherweise stehen sie mit der großen Robustizität des Kauapparates und der Verkürzung des Kiefers im Zusammenhang.

Pondaungia cotteri und Amphipithecus mogaungensis

Pondaungia cotteri scheint größer als Amphipithecus gewesen zu sein, so schätzt man aufgrund der Zahndimensionen ein Körpergewicht von ca. 8,5 - 9,0 kg für P. cotteri und ca 7,6 kg für Amphipithecus. Der horizontale Ramus bei Amphipithecus ist kleiner und niedriger als bei Pondaungia. Beide Taxa zeigen parabolische Zahnreihen und reduzierte Länge der Prämolare im Vergleich zu den Molaren. Der Grad der Reduzierung der Prämolare ist jedoch bei Pondaungia höher als bei Amphipithecus.

Pondaungia cotteri und Siamopithecus eocaenus

Diese beiden Taxa zeigen fast die gleiche Größe der Unterkiefer und Backenzähne, so dass man davon ausgehen kann, dass sie ein ähnliches Körpergewicht aufwiesen, etwa 8,0 - 9,0 kg. Ebenfalls gemeinsam ist ihnen ein tiefer Ramus mandibularis [?], jedoch unterscheiden sich ihre Prämolare hinsichtlich ihrer Struktur. Ebenfalls unterschiedlich sind die molaren Proportionen der beiden Taxa, M1 von Pondaungia ist kleiner als M2 und M3, im Gegensatz zu Siamopithecus, bei dem M1 und M2 größer sind.

 

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