Evolution der Primaten: Gattung Catopithecus

Zeitraum: Spätes Eozän
Verbreitung: Afrika
Art: C. browni
Schwestertaxa: Talahpithecus
Systematik
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Catopithecus ist der Gattungsname eines ausgestorbenen Primaten aus der Familie Oligopithecidae (innerhalb der Unterordnung Anthropoidea) der im späten Eozän in Nordafrika verbreitet war.

Die Überreste von Catopithecus stammen aus dem spät-eozänen Steinbruch L-41 aus der unteren Sequenz der Jebel Qatrani Formation von Fayum in Ägypten. Das geschätzte Alter des Steinbruchs - basierend auf paläomagnetischen Korrelationen - wird auf 36 Millionen Jahre datiert. Bisher hat L-41 neun Primatenarten zu Tage gefördert, darunter fünf frühe Anthropoiden, die zu drei oder mehr Familien gehören.

Ein fossiler Schädel von Catopithecus browni aus dem Steinbruch L-41 aus der Fayum - ein Primate ähnlich groß wie heutige Krallenaffen (Callitrichidae), aber mit einer catarrhinen Zahnformel - stellt den geologisch ältesten Fund eines anthropoiden Schädels dar. Catopithecus hatte bereits eine postorbitale Schließung [?] entwickelt, wie man sie von heutigen Anthropoiden kennt, ebenso ähnelt die Gehör-Region den späteren Anthropoiden.

Die Eck- und Schneidezähne zeigen eine Ansammlung von Merkmalen, die nur bei heutigen Anthropoiden und den ausgestorbenen Adapoiden gefunden werden. Das Gesicht ist durch einen relativ tiefen Oberkiefer und einen breit aufsteigenden Flügel des Zwischenkiefers charakterisiert. Lange Nasenknochen bewirken eine moderate Schnauze, die ähnlich aussieht wie die von Aegyptopithecus. Der kleine Gehirnschädel hat einen nach hinten entwickelten Sagittalkamm. Die Unterkiefersymphyse [?] ist auch bei erwachsenen Individuen nicht verschmolzen. Der Enzephalisationsquotient (EQ) fällt wahrscheinlich in den Bereich eines eozänen Feuchtnasenprimaten, also viel niedriger als die EQs der Anthropoiden aus dem Neogen.

Catopithecus browni ist der häufigste Primat aus Steinbruch L-41 und ist der Forschung durch mehrere relativ vollständige, aber zerdrückte Schädel bekannt, sowie durch zahlreiche Exemplare von Unterkiefern und ein paar postcraniale Elemente. Bisherige Analysen zeigen, dass Catopithecus ein Gewicht von 400 bis 800 Gramm erreichte, tagaktiv war, sich von Insekten und Früchten ernährte, eine den Catarrhinen gleiche Zahnformel (2.1.2.3) hatte und ein Baumbewohner war, der sich vierbeinig fortbewegte (Gebo et al., 1994).

Über die phylogenetische Stellung von Catopithecus gibt es Meinungsverschiedenheiten. Die meisten Fachautoren sind der Ansicht, dass Catopithecus ein Schwestertaxon der späteren propliopithecinen Catarrhini darstellt und damit ein enger Verwandter von Propliopithecus aus dem frühen Oligozän Afrikas ist (Fleagle, 1999). Doch in einer phylogenetischen Analyse der Evolution der Anthropoiden klassifizieren einige Catopithecus als Schwestergruppe aller späteren Anthropoiden. Diese Schlussfolgerung wird nach Meinung von Simons et al. (1999) durch die catarrhine Zahnformel von Catopithecus und durch seine speziellen, propliopithecinen Merkmale des Gebisses und des postcranialen Skeletts widerlegt, das sich deutlich von Proteopithecus unterscheidet.

M. Gagnon. 1987. Ecological diversity and community ecology in the Fayum sequence (Egypt). Journal of Human Evolution 32:133-160

D. L. Gebo, E. L. Simons, D. T. Rasmussen, and M. Dagosto. 1994. In: Anthropoid Origins, eds. J. G. Fleagle und R. F. Kay. Plenum, New York

E. L. Simons, J. M. Plavcan, and J. G. Fleagle. 1999. Canine sexual dimorphism in Egyptian Eocene anthropoid primates: Catopithecus and Proteopithecus, doi: 10.1073/pnas.96.5.2559 PNAS 96(5): 2559-2562

J. G. Fleagle. 1999. Primate Adaptation and Evolution. Academic Press, San Diego, 2nd Ed.

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