Australopithecus robustus

Zeitraum: Plio-Pleistozän
Verbreitung: Südafrika
Schädel (SK 48) von Australopithecus robustus
Schädel (SK 48) von Australopithecus robustus aus Swartkrans, 1,5 bis 2,0 Millionen Jahre alt!
Schwestertaxa: A. aethiopicus
A. afarensis
A. africanus
A. boisei
A. sediba
Art: A. robustus
Systematik
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Australopithecus robustus war ein aufrecht gehender Menschenaffe aus der Familie Hominidae, der im Pleistozän in Südafrika verbreitet war.

Australopithecus robustus ist nach Australopithecus boisei der zweite südafrikanische "Affenmensch". Seine Überreste wurden in Ablagerungen der berühmten Höhlen von Swartkrans und Kromdraii entdeckt und sind schätzungsweise ein bis zwei Millionen Jahre alt. Es gibt paläontologische Hinweise aus der dortigen Tierwelt, dass Australopithecus robustus in einer trockeneren, offeneren Umwelt als der frühere Australopithecus africanus lebte (Brain, 1981a; Vrba, 1985). Australopithecus robustus war wahrscheinlich ähnlich groß und war zeigte in Bezug auf die Körpergröße einen großen Geschlechtsdimorphismus.

Australopithecus robustus hatte im Vergleich zu früheren Arten kleinere Schneide- und Eckzähne, sowie größere Backenzähne mit dickerem Zahnschmelz und einen dickeren Unterkiefer. Neben diesen Unterschieden in der Zahnmorphologie erkennt man unter dem Mikroskop Unterschiede in der Abnutzung der Zähne. Individuen von Australopithecus robustus hatten flachere Zähne, die hauptsächlich als "Mahlsteine" zur Zerkleinerung von grober Nahrung dienten und kaum eine Scherfunktion aufweisen. Ihre Zähne sind stärker verkratzt und narbiger als beim früheren Australopithecus africanus, was darauf hindeutet, dass ihre Pflanzenkost härter war und vielleicht aus kleineren Objekten bestand (Grine, 1981, 1986).

Der Schädel von Australopithecus robustus hat ein kürzeres, breiteres Gesicht mit tieferen Jochbogen und eine größere Schläfengrube als der von Australopithecus africanus. Die größeren Individuen, vermutlich Männer, haben Sagittal- und Nackenkämme. Wie die Unterschiede im Gebiss scheinen auch die Unterschiede in der Schädelanatomie im Vergleich zu A. africanus auf kraftvolleren Kaubewegungen zu beruhen.

Die Unterschiede im Skelett zwischen Australopithecus robustus und A. africanus sind schwieriger zu beurteilen, weil das Skelett der großen Art wenig bekannt ist. Eine Studie deutet darauf hin, dass Hände und Füße von Australopithecus robustus mehr menschenähnlich waren, als beispielsweise die Hände und Füße von Australopithecus afarensis. Die Handknochen zeigen Hinweise auf gute manipulative Fähigkeiten, was bedeuten könnte, dass Australopithecus robustus in der Lage war, Werkzeuge herzustellen (Susman, 1988). Die Fußknochen zeigen, dass er aufrecht ging und sich möglicherweise weniger als Australopithecus afarensis in den Bämen aufhielt.

Die morpologischen Unterschiede zwischen dem älteren A. africanus und dem zeitlich späteren Australopithecus robustus zeigen unterschiedliche Anpassungen an die Ernährung, und nicht einfach nur Unterschiede in der Körpergröße, wie man es sonst bei Primaten mit ähnlichen Gewohnheiten beobachtet. Mit Blick auf die Zähne und die Schädelknochen war die größere Art an eine härtere Kost angepasst, die in Zusammenhang mit einer trockeneren Umwelt steht. Australopithecus robustus starb vor etwa einer Million Jahre aus.

C. K. Brain. 1994. The Swartkrans Palaeontological Research Project in perspective: results and conclusions. South African Journal of Science 90:220-223

C. K. Brain. 1976. Re-interpretation of the Swartkrans site and its remains. South African Journal of Science 72:141-146

T. C. Partridge. 1986. Palaeoecology of the Pliocene and lower Pleistocene hominids of southern Africa: how good is the chronological and paleoenvironmental evidence?. South African Journal of Science 82:80-83

C. K. Brain. 1967. The Transvaal Museum's fossil project at Swartkrans. South African Journal of Science 63:378-384

T. C. Partridge. 1982. Brief comments on "sedimentological characteristics of the 'Red Muds' at the Makapansgat Limeworks," by B.R. Turner. Palaeoecology of Africa 15:45-47

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