| Gigantopithecus |
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| Zeitraum: | Pleistozän |
| Gewicht: | 300 kg |
| Verbreitung: | Asien |
| Art: | G. blacki |
| Schwestertaxa: | G. giganteus |
| Systematik | |
Gigantopithecus blacki ist ein ausgestorbener Menschenaffe aus der Unterfamilie Ponginae (Tribus Sivapithecini innerhalb der Familie Hominidae, Überfamilie Hominioidea), der vielleicht bis vor 500.000 Jahren in China gelebt hat.
Von Gigantopithecus blacki sind nur Zähne und Teile des Unterkiefers bekannt, doch vergleicht man die Dimensionen mit einem heutigen Gorilla-Mann, wird sehr schnell deutlich, dass er der größte Primat ist, der jemals gelebt hat.
Die Abbildung links zeigt zwei Bruchstücke des Unterkiefers im Vergleich zu einem männlichen Gorilla (oben). Das größere Bruchstück gehörte vermutlich zu einem männlichen Gigantopithecus, das kleinere zu einem Weibchen. Nicht nur der doppelt so hohe wie insgesamt massivere Unterkiefer sah anders aus als der des Gorillas, auch das Gebiss war anders. Im Vergleich hatte Gigantopithecus blacki relativ kleine Schneidezähne und die Eckzähne besaßen trotz ihrer breiten Basis eine ziemlich niedrige Krone.
Lange und spitze Eckzähne sind besonders für männliche Primaten charakteristisch, die in Verbänden mit einer ausgeprägt hierarchischen Struktur leben (z.B. Paviane). Dominante Männchen verdanken nicht zuletzt dieser gefährlichen Waffe jenen Respekt, den sie innerhalb ihres Trupps genießen. Die relativ kleinen Eckzähne von Gigantopithecus blacki sprechen also dafür, dass dieser Primat wohl keine größeren sozialen Verbände bildete.
Über den Lebensraum, in dem Gigantopithecus blacki lebte, ist wenig bekannt. Die beiden Kiefer links stammen aus einer Höhle im südchinesischen Gebiet Guangxi, aus deren Sedimenten noch rund zwei Dutzend anderer Säugetiere bekannt sind, von denen einige Fleischfresser waren. Vielleicht war Gigantopithecus ein Beutetier? Offensichtlich lebten in seiner Umgebung Tiere, die sowohl Waldbewohner waren, als auch offene Landschaften bevorzugten. Untersuchungen ergaben, dass in der Nähe der Höhle ein Wald gestanden haben muß und dass es in der Umgebung einen Wasserlauf gab.
Falls der Gigant tatsächlich bis ins späte Quartär überlebte, wäre es durchaus denkbar, dass er die ersten Menschen in Asien so stark beeindruckte, dass hierin die Legende vom Yeti wurzelt. Ob Gigantopithecus das Vorbild für den sagenhaften Schneemensch Yeti ist, wird man wohl nie klären können - auch wenn ihn Einzelne unserer Zeitgenossen in einsamen Tälern des Himalaya gesehen haben wollen.
