Gigantopithecus giganteus

Zeitraum: spätes Miozän
Gewicht: 125 kg
Verbreitung: Asien
Art: G. giganteus
Schwestertaxa: G. blacki
Systematik
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Gigantopithecus giganteus ist ein ausgestorbender Primat aus der Unterfamilie Ponginae (Tribus Sivapithecini innerhalb der Familie Hominidae, Überfamilie Hominoidea). Das Typusexemplar mit der Bezeichnung GSI D175 ist ein rechter unterer Backenzahn (M3).

Die Primaten-Feldforschung in den Siwalik Bergen erfuhr 1962 und 1964 einen Höhepunkt, als K. N. Prasad vom Geological Survey of India bei Haritalyangar in der Nähe von Chakrana in Indien 11 Exemplare eines fossilen Hominoiden entdeckte. Diese weckten das Interesse des Primatologen Elwyn Simons von der Yale University, der sich schließlich 1968 einer Expedition unter Leitung von S. R. K. Chopra (1931-1994) von der Punjab University in die Region rund um Haritalyangar anschloß.

Mit von der Partie war Grant Meyer, verantwortlich für die Ausgrabung in Bilaspur, einem ehemaligen Fürstenstaat in den Siwalik Bergen. Ein ortsansässiger Bauer namens Sunkar Ram zeigte Meyer einen fossilen Unterkiefer, den er in seinen Anbauterrassen einige Jahre zuvor gefunden hatte. Schnell war klar, dass das Exemplar zu einem sehr großen Primaten gehörte. Als man nach dem genauen Fundort fragte, stellte das Yale-Punjab-Team fest, dass der Kieferknochen aus geologischen Ablagerungen der Khok Pathan Formation stammt, die man auf das mittlere Pliozän datieren kann.

Dank Sunkar Ram's Entdeckung war nun die Existenz von Gigantopithecus in Indien durch einen Unterkiefer belegt. Die Gattung dieses fossilen Menschenaffen war bereits von Zähnen aus China bekannt (Gigantopithecus blacki). Die neue Art erhielt den Namen Gigantopithecus bilaspurensis (= G. giganteus, Szalay und Delson, 1979), um den indischen Hominoiden vom chinesischen zu unterscheiden.

Da es von Gigantopithecus keine postcranialen Knochen gab, musste der Menschenaffe aufgrund von vier Kiefern und vielen Zähne interpretiert werden. Wenn die Körpergröße im Verhältnis zu den massiven Kiefern stand, dann war der jüngere, chinesische Gigantopithecus wahrlich riesig und muß einen heutigen Gorilla um ein Vielfaches übertroffen haben. Er muss aufrecht stehend etwa 2,75 Meter groß gewesen sein (owohl keiner weiß, ob er sich jemals aufrichtete) und zwischen 150 bis 230 Kilogramm gewogen haben (Simons und Ettel 1970; Conroy, 1987).

Die indische Art Gigantopithecus giganteus lebte vor etwa 8,5 bis 10 Millionen Jahren und ist, das kann man aus der Größe der Kiefer und Zähne ermitteln, kleiner als die chinesische Art aus dem mittleren Pleistozän vor etwa einer Million Jahren.

Weniger spekulativ sind Interpretationen der Ernährungsgewohnheiten dieser ausgestorbenen Hominoiden. Ihre Frontzähne sind vergleichsweise klein, während die Backenzähne massiv sind und einen dicken Zahnschmelz haben. Dies sind Anpassungen der Zähne, die den Widerstand gegen abrasiven Verschleiß erhöhen. Simons (1972) hat Analogien mit dem Großen Panda (Ailurpoda) festgestellt, einem Pflanzenfresser, der voll an die Nahrungssuche auf dem Boden angepasst ist.

Simons EL, and Ettel P (1970) Gigantopithecus. Sci.Am. doi.wiley.com/10.1002/ajpa.1330870413

E. L. Simons and D. Pilbeam. 1971. A gorilla-sized ape from the Miocene of India. Science 173:23-27

E. L. Simons. 1972. Primate Evolution: An Introduchtion to Man's Place in Nature. New York: Macmillan.

F.S. Szalay und E. Delson. 1979. Evolutionary History of the Primates. Academic Press, New York

G. C. Conroy. 1987. Problems of body-weight estimation in fossil primates. Internation Jounal of Primatology 8:115-137

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