| Hylobatidae | |
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| Zeitraum: | Miozän bis heute |
| Schwestertaxa: | Propliopithecidae Simiidae Kalephithecus Kogolepithecus Cercopithecoidea Dendropithecoidea Pliopithecoidea Saadanioidea |
| Systematik | |
Die Familie Hylobatidae ist eine Primatenfamilie innerhalb der Überfamilie Hominoidea (Höhere Primaten). Zu ihr zählt man alle heutigen Gibbons sowie einige ausgestorbene Arten.
Die Gibbons aus Südostasien sind die kleinsten, vielfältigsten und zahlenmäßig erfolgreichsten heute lebenden Menschenaffen. Sie sind anatomisch primitiver als die heute lebenden Großen Menschenaffen und haben während ihrer Evolution viele Merkmale primitiver Catarrhini beibehalten. In einigen Aspekten jedoch, wie den Proportionen ihrer Gliedmaßen, sind sie die am meisten spezialisierten aller heute lebenden Hominoiden.
Die zahlreichen heutigen Gibbonarten weisen eine relativ gleichmäßige Morphologie auf. Sie sind alle relativ klein, zeigen keinen sexuellen Dimorphismus und erreichen ein Gewicht zwischen 4 und 11 Kilogramm. Gibbons haben einfache Backenzähne, die sich durch niedrige abgerundete Höcker und breite Becken auszeichnen. Die Schneidezähne sind relativ kurz aber breit. Beide Geschlechter haben lange, dolchartige Eckzähne und klingenförmige untere Prämolare zum Schärfen der obere Eckzähne
Gibbons haben eine kurze Schnauze und ein flaches Gesicht, große Orbita mit überstehenden Rändern und einen weiten interorbitalen Bereich. Der Hirnschädel ist kugelförmig und hat keinen Nackenkamm, nur gelegentlich entwickelt sich ein Sagittalkamm. Der Unterkiefer ist flach und hat breite aufsteigende Rami (Unterkieferäste).
In jeder der aufeinanderfolgenden Auffächerungen (Radiationen) der Hominoiden im Oligozän und Miozän gab es kleine Primaten, die gelegentlich als fossile Gibbons bezeichnet wurden. Propliopithecus, Pliopithecus, Dendropithecus, Micropithecus und Dionysopithecus zeigen allesamt verschiedene Merkmale, wie geringe Körpergröße, kurze Schnauzen oder große Orbita, die heute lebenden Kleinen Menschenaffen ähneln, jedoch waren die meisten dieser sogenannten fossilen Gibbons in vielen Aspekten ihrer Schädel- und Skelettanatomie äußerst primitiv - primitiver als man es bei urtümlichen Gibbons (basierend auf der vergleichenden Anatomie von heutigen Höheren Primaten) erwarten würde.
Zwar ähnelten beispielsweise die Gattungen Propliopithecus und Pliopithecus in ihrer Körpergröße heutigen Gibbons, und einige Spezies hatten einfache gibbon-ähnliche untere Backenzähne, doch fehlten ihnen Merkmale wie der röhrenförmige Gehörgang, wie man ihn bei allen heutigen Menschenaffen und Affen findet. Außerdem zeigten ihre Gliedmaßenknochen primitive Merkmale, die man bei heutigen Catarrhini nicht mehr findet. Bei den anderen Gattungen Micropithecus, Dendropithecus und Dionysopithecus steht kein Schädel- oder Skelettmaterial zur Verfügung, um dies zu beurteilen. Folglich gibt es wenig unangreifbare Beweise für fossile Gibbons aus dem Miozän - nur eine Reihe von Möglichkeiten.
Alle kleinen fossilen Menschenaffen besetzten in der Vergangenheit - wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad - jene ökologischen Nischen, die auch heutige Gibbons besetzen, aber keiner von ihnen kann eindeutig mit heutigen Gibbons in Asien in Verbindung gebracht werden, denn deren Fossilien können in China und Indonesien nur bis zur Mitte des Pleistozäns zurückverfolgt werden (siehe Bunopithecus sericus). DNA-Analysen deuten darauf hin, dass die Abspaltung der Gibbonline von der Linie der Großen Menschenaffen vor etwa 17 bis 20 Millionen Jahren stattfand. Aus dieser Zeitspanne des frühen Miozäns stammen praktisch alle Gibbon-ähnlichen Fossilien, genau wie jene Fossilien, die das Erscheinen der Klade der Großen Menschenaffen, der Klade der Menschen und den Ursprung der Gibbons zu markieren scheinen. Immunologische Studien deuten auf eine spätere Divergenz der Gibbons vor etwa 12 Millionen Jahren hin.
J. J. Fleagle. 1976. Locomotion and posture of the Malayan siamang and implications for hominoid evolution. Folia Primatologica 26:245-269
J. G. Fleagle. 1984. Are there any fossil gibbons? In: The Lesser apes: Evolutionary and Behavioral Biology, (eds) D. J. Chivers, H. Preuschoft, N. Creel & W. Brockelman, 431 - 477. Edingburgh: Edinburgh University Press.
A. Mootnick and C. Groves. 2005. A new generic name for the hoolock gibbon (Hylobatidae). International Journal of Primatology 26(4):971-976
