| Proconsul |
|
![]() |
|
| Zeitraum: | Miozän |
| Verbreitung: | Afrika |
| Gewicht: | 15 - 20 kg |
![]() |
|
| Der Schädel von Proconsul africanus | |
| Art: | P. africanus |
| Schwestertaxa | P. major P. nyanzae |
| Systematik | |
Proconsul africanus ist ein ausgestorbener Primat aus der Familie Proconsulidae innerhalb der Überfamilie Hominoidea, der im Miozän in Ostafrika verbreitet war.
Proconsul africanus ist die kleinste Art der Gattung Proconsul, von ihm sind viele Schädelteile bekannt. Der Primat hat eine ausgeprägte Schnauze mit prominenten Knochenmänteln um die Wurzeln der Eckzähne und ein relativ robustes Jochbein. Das Gehirn ist ähnlich groß wie das eines großen Affen. Die Gehör-Region ist bei P. africanus identisch mit heutigen Menschenaffen und cercopithecoiden Affen. Die äußere Oberfläche des Gehirns hat ein primitives Furchenrelief, ähnlich wie Gibbons und cercopithecoiden Affen, aber es fehlen viele Gehirnmerkmale, wie man sie von heutigen Großen Menschenaffen kennt (Falk, 1983).
Von P. africanus gibt es auch ein fast vollständiges Skelett. Die Proportionen der Gliedmaßen sind mit einem Intermembral-Index von 89 affenähnlich. Im Vergleich zu heutigen Catarrhini hat P. africanus für seine (geschätzte) Körpergröße relativ kurze Gliedmaßen. Das gesamte Skelett zeigt eine Mischung aus menschenaffenähnlichen und primitiveren affenähnlichen Merkmalen (Walker und Pickford, 1983;. Beard et al, 1986). Es ähnelt heutigen Menschenaffen in Merkmalen wie der Form des distalen Teils des Humerus (Rose, 1988), der Robustheit der Fibula, der Gestaltung der Fußwurzelknochen und das Fehlen eines Schwanzes. Es fehlen aber auch viele charakteristische Merkmale der heute lebenden Menschenaffen, wie ein reduzierter Processus styloideus ulnare [?], ein kurzes ulnares Olekranon [?] und lange gebogene Finger- und Zehenknochen. Andererseits zeigt Proconsul aber auch keine der detaillierten Skelettmerkmale von cercopithecoiden Affen, wie etwa eine schmale Ellenbogenregion. Das Skelett deutet darauf hin, dass sich P. africanus vierbeinig fortbewegte, wahrscheinlich lebte er auf Bäumen, es fehlen aber Merkmale für das Hangeln der Menschenaffen, genauso wie Merkmale für schnelles Laufen oder Springen fehlen, wie man es bei heutigen Altweltaffen beobachtet.
W. W. Bishop, J. A. Miller, and F.J. Fitch. 1969. New Potassium-Argon Age Determinations Relevant to the Miocene Fossil Mammal Sequence in East Africa. American Journal of Science 267:669-699
L. S. B. Leakey. 1968. Lower dentition of Kenyapithecus africanus. Nature 217:827-830
D. Falk. 1983. A reconsideration of the endocast of Proconsul africanus: Implications for primate brain evolution. In: New Interpretations of Ape and Human Ancestry. ed. R. L. Ciochon and R. Corruccini, pp. 239-248. New York: Plenum Press.
A. C. Walker, M. Pickrord. 1983. New postcranial fossils of Proconsul africanus and Proconsul nyanzae. In: New
Interpretations of Ape and Human Ancestry. ed. R. L. Ciochon and R. Corruccini, pp. 239-248. New York: Plenum Press.
K. C. Beard, M. F. Teaford, A. Walker. 1986. New wrist bones of Proconsul africanus and P. nyanzae from Rusinga Island, Kenya. Folia Primatologica 47:97-118
M. D. Rose. 1988. Another look at the anthropoid elbow. Journal of Human Evolution 17:193-224
