Gattung Paralouatta

Zeitraum: Miozän
Verbreitung: 9 - 10 kg
Art: P. varonai
P. marianae
Systematik
ein aus

Paralouatta ist der Gattungsname zweier Arten von Neuweltaffen, die im Miozän Südamerikas lebten.

Das Körpergewicht von Paralouatta varonai wird auf etwa 9 - 10 Kilogramm geschätzt, was bedeutet, dass dieser Primat einer der größten bekannten Neuweltaffen war. Das Gewicht heute lebender Neuweltaffen (Platyrrhini) reicht von 13,5 Kilogramm für den südlichen Spinnenaffen (Brachyteles arachnoides) bis zum 125 Gramm leichten Zwergseidenäffchen (Cebuella pygmaeus).

Das postcraniale Skelettsystem von Paralouatta zeigt eine rätselhafte Kombination von anatomischen Merkmalen: Der Affe ist in erster Linie ein Neuweltaffe mit einigen Skelettmerkmalen von semi-terrestrischen Altweltaffen (Cercopithecinae), wie etwa den Mangaben (Cercocebus). MacPhee und Meldrum (2006) glauben daher, dass Paralouatta einen erheblichen Teil seiner Zeit auf dem Boden verbrachte [1]. Gleichzeitig scheint Paralouatta die typische, in den ästen hängende Lebensweise vieler Neuweltaffen aufgegeben zu haben.

Paralouatta hatte ein großes Gesicht mit gut entwickelten Überaugenwülsten (Torus supraorbitalis) und ein niedriges Schädeldach. Der Affe unterscheidet sich von den meisten anderen Neuweltaffen durch den Besitz von dreiwurzeligen dritten und vierten Prämolare. Rivero und Arredono [2] schlugen vor, dass dies ein beibehaltenes primitives Merkmal ist, das nur sporadisch bei einigen lebenden Neuweltaffen auftritt, sowie bei der im Miozän verbreiteten Gattung Stirtonia.

Paralouatta ist mit seinen besonders großen Augen im Verhältnis zu seiner Schädelgröße einzigartig. Dieses Merkmal kennt man sonst nur von den Nachtaffen der Gattung Aotus und scheint auf eine nächtliche Lebensweise hinzudeuten. Das klingt bizarr für einen Affen in einer Umgebung, die weitgehend frei von Raubtieren war. Es sei denn, Paralouatta hat diesen evolutionären Weg eingeschlagen, um Greifvögeln aus der Luft zu entgehen.

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[1] MacPhee R.D.E., Meldrum J. (2006). Postcranial remains of the extinct monkeys of the Grater Antilles, with evidence for semiterrestriality in Paralouatta. American Museum Novitates, 3516: 1-65
[2] Rivero M., Arredondo O. (1991). Paralouatta varonai, a new Quarternary platyrrhine from Cuba. Journal of Human Evolution, 21: 1-11

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