Tarsius eocaenus

Zeitraum: Eozän
Gewicht:  
Verbreitung: Asien
Art: Tarsius eocaenus
Schwestertaxa: Tarsius thailandica
Systematik
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Tarsius eocaenus ist ein ausgestorbener Koboldmaki (Tarsius, Klade Tarsiiformes) der im mittleren Eozän in Asien verbreitet war.

Das Typusexemplar mit der Bezeichnung IVPP V11030 ist ein rechter, unterer Backenzahn (Molar, M1).

Der Fund stammt aus Spaltenfüllungen des Shangqinglong Kalksteins (Typuslokalität: Shanghuang Quarry, fissure D. Jiangsu, China) und ist etwa 45 Millionen Jahre alt (Beard, 1994). Er wird am Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology, Chinese Academy of Sciences aufbewahrt.

Tarsius eocaenus wurde erstmals von Beard und Kollegen im Jahr 1994 beschrieben. Das 40 Millionen Jahre alte Fossil aus dem mittleren Eozän stammt aus den Spalten A und C bei Shanghuang in der Provinz Jiangsu, China. Diese zeitliche Ausdehnung der Gattung Tarsius vom Mittleren Eozän bis heute ist beispiellos. Niemand hatte jemals daran gedacht, dass es eine Primatengattung mit auch nur einem Fünftel dieser Überlebensspanne geben würde. Angesichts typischer Raten des evolutionären Wandels bei Säugetieren, scheint es eigentlich unwahrscheinlich (Wright et al., 2003), dass diese Art in die moderne Gattung Tarsius gehört. Unter allen plazentaren Säugetieren findet man nur zwei rezente Gattungen von Fledermäusen (Hipposideros und Rhinolophus), die bis ins mittleren Eozän zurückreichen. Simpson (1953) hat berechnet, dass die durchschnittliche Lebensdauer fleischfressender Gattungen bei 9 Millionen Jahren liegt. Die Überlebensdauer von Gattungen in der Linie von Hyracotherium zu Equus (Pferde) ist etwas weniger und Gattungen von Rüsseltieren haben eine noch kürzere Spanne.

Die isolierten Zähne, das Hypodigma dieser Art, stammen aus den Spaltenfüllungen mit den Bezeichnungen A und C. Diese Spalten befinden sich in der Nähe des Dorfes Shanghuang im Süden der Provinz Jiangsu, China. Neben Fossilien von Koboldmakis enthielten diese Füllungen auch Fossilien von Adapiden, Omomyiden und der unverwechselbaren Gattung Eosimias. Die Zähne von T. eocaenus (illustriert von Beard et al, 1994; Beard und MacPhee, 1994) ähneln denen der modernen Gattung Tarsius, aber nach Ansicht von Wright et al. (2003) nicht mehr, als sie denjenigen von Afrotarsius ähneln, einer wahrscheinlich tarsiiden oder anthropoiden Form aus dem Norden Afrikas.

Bei T. eocaenus ist der Hypoconid des unteren Molaren M2 und der Protoconid des M3 mehr seitlich divergent als bei der modernen Gattung Tarsius (Beard et al, 1994;. Beard und MacPhee, 1994). Der Entoconid des M3 ist bei T. eocaenus mehr mesial als der Hypoconid. Diese Besonderheit ist von einiger Bedeutung, da sie auch bei Eosimias und einigen frühen Anthropoiden vorkommt, aber bei Tarsius, Afrotarsius oder Xanthorhysis kaum präsent ist. Beard et al. (1994) und Beard und MacPhee (1994) schlussfolgern, dass das Vorkommen dieser Arten im mittleren Eozän "die Fossilien von Tarsiidae in viel größere Übereinstimmung bringt mit Vorhersagen, die auf kladistischen Rekonstruktionen der phylogenetischen Stellung dieser Gruppe basieren."

Die Zuweisung von T. eocaenus - nur durch fünf isolierte Zähne repräsentiert - zu der modernen Gattung Tarsius scheint Simons (1997) ungerechtfertigt. Würde man die unbekannten Teile des Gebisses kennen, so könnten diese die Platzierung von T. eocaenus außerhalb der Gattung Tarsius oder sogar außerhalb der Familie Tarsiidae rechtfertigen. In der Tat haben Forscher die Gattung Afrotarsius mit ähnlich unvollständigen Daten klassifiziert. Das Fossil wurde ursprünglich als ein wahrscheinlicher Tarsiid (Simons und Bown, 1985) eingestuft, basierend auf einem Unterkiefer mit drei Molaren und der Basis der Prämolaren P3-4. Im Fall von T. eocaenus wäre es nach Ansicht von Wright et al. (2003) ein umsichtigerer Ansatz gewesen, die Art mit cf. [?] als Tarsius cf. eocaenus zu beschreiben. Dies wäre nach Wright et al. (2003) besonders deshalb sinnvoll gewesen, weil die vermutete zeitliche Ausdehnung der Gattung über den größten Teil des Känozoikums nur auf der Beibehaltung von ein paar primitiven Zahnmerkmalen basiert.

E. L. Simons und T. M. Bown. 1985. Afrotarsius chatrathi, first tarsiiform primate (Tarsiidae) from Africa. Nature 313:475-477

T. Qi, G. Zong, and Y. Wang. 1991. Discovery of Lushilagus and Miacis in Jiangsu and its zoogeographical significance. Vertebrata PalAsiatica 29(1):59-63

K. C. Beard, Q. Tao, M. R. Dawson, B. Wang, and L. Chuanhuei. 1994. A diverse new primate fauna from Middle Eocene fissure-fillings in southeastern China. Nature 368:604-609

E. L. Simons. 1997. in Niemitz C. (ed). Bioligy of tarsiers. New York Gustav-Fischer-Verlag

C. P. Wright, E. L. Simons, and S. Gursky. 2003. Tarsiers: Past, Present, and Future (Rutgers Series in Human Evolution). Rutgers. Univ. Pr.

G. G. Simpson. 1953. The Major Features of Evolution. New York; Columbia University Press.

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