Evolution der Primaten: Unterfamilie Adapinae

Zeitraum: Eozän
Verbreitung: Europa, Nordamerika
Gattungen: Adapis
Adapoides
Leptadapis
Magnadapis
Protoadapis
Schwestertaxa:: Cantius
Microadapis
Sivaladapis
Systematik
ein aus

Adapinae ist der Name von fünf ausgestorbenen Primatengattungen, die vom späten Eozän bis frühen Oligozän in Nordamerika und Europa verbreitet waren.

Die Familie war um einiges vielfältiger als die relativ einheitlichen Notharctidae aus der Überfamile Adapoidea. Sie reichten in der Größe von kleinen, vermutlich insektenfressenden Spezies von der Größe eines Zwergseidenäffchens (Cebuella pygmaea, 100 g) bis zu großen Blätter fressenden Spezies ähnlich wie Brüllaffen (Alouatta). Es gibt von mehreren Arten zahlreiches Schädelmaterial, aber dazugehöriges Skelettmaterial ist extrem selten (Filhol 1883, Dagosto, 1983, Godinot und Jouffroy, 1984).

Adapinae scheinen sich aus der Gattung Donrussellia entwickelt zu haben, einer Gattung ähnlich wie Cantius, mit einer vollständigen Zahnformel von , einfachen trituberkularen oberen Molaren und unteren Backenzähnen mit einem einfachen Trigonid und einem breiten Talonid. Im Gegensatz zu den nordamerikanischen Notharctidae entwickelten die europäischen Adapinae einen Hypokonus aus dem lingualen Cingulum und nicht aus dem Protokonus. Aufgrund der Vielfalt der Gruppe ist die Systematik komplizierter als die ihrer nordamerikanischen Verwandten (vgl. Gingerich, 1977; Szalay und Delson, 1979), aber auch wegen der Schwierigkeit, die vielen isolierten Fundorte in einen zuverlässigen stratigraphischen Rahmen einzufügen.

Die meisten Gattungen und Arten der Unterfamilie Adapinae haben die vollständige Bezahnung behalten, nur bei einigen ist die Zahl der Prämolaren auf drei reduziert. Die meisten Taxa haben auf den oberen Backenzähnen einen kleinen, aus dem Cingulum abgeleiteten Hypokonus, unterscheiden sich aber in vielen Details der molaren Struktur, wie der Höhe der Höcker und der Entwickung der Kämme. Die Adapinae entwickelten zahlreiche dentale Anpassungen, was innerhalb dieser Unterfamilie auf erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Ernährung hindeutet.

H. Filhol. 1883. Observations relatives au Memoire de M. Cope initule: Relation des horizons renfermant des debris dànimaux vertebres fossiles en Europe et en Amerique. Ann. Sci. Geol., Paris 14:1-51

J.-L. Hartenberger. 1970. Les mammiferes d'Egerkingen et l'histoire des faunes de l'Eocene d'Europe. Bulletin de la Societe geologique de France 12(5):886-89

P. D. Gingerich. 1977. Radiation of Eocene Adapidae in Europe. Geobios, Mem. Spec. 1:165-182

F. S. Szalay, E. Delson. 1979. Evolutionary History of Primates. New York: Academic Press

M. Dagosto. 1983. Postcranium of Adapis parisiensis and Leptadapis magnus (Adapiformes): Adaptational an phylogenetic significance. Folia Primatol. 41:49-101

M. Godinot, F. K. Jouffroy. 1984. La main d`Adapis (Primates, Adapidae). In: Actes du Symposium Paleontologique G. Cuvier Ed. E. Buffetaut, J. M. Mazin, and E. Salmion, Paris: Montbeliard.

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