Mesopropithecus dolichobrachion

Zeitraum: Holozän
Verbreitung: Madagaskar
Art: M. dolichobrachion
Gewicht: 14 kg
Schwestertaxa: M globiceps
M. pithecoides
Systematik
ein aus
 

Mesopropithecus dolichobrachion ist der Name einer ausgestorbenen Primatenart aus der Familie Palaeopropithecidae innerhalb der Teilordnung Lemuriformes (Feuchtnasenprimaten, Strepsirhini).

Mesopropithecus dolichobrachion wurde 1986 entdeckt und formal im Jahre 1995 beschrieben. Der subfossile Lemur wurde in den Höhlen von Ankarana im Norden Madagaskars ausgegraben, etwa um die gleich Zeit, als man die ersten Überreste von Babakotia fand (Simons et al., 1995).

Der Artname dolichobrachion kommt aus dem griechischen dolicho ("lang") und brachion ("arm"). Mesopropithecus dolichobrachion war ein mittelgroßer Lemur und mit einem Gewicht von ca. 14 Kilogramm etwas größer als die beiden anderen Mitglieder der Gattung (Simons et al., 1995; Godfrey et al., 2010).

Ernährung

Mesopropithecus dolichobrachion war ein Gemischtköstler, der sich von Blättern, Früchten und Samen ernährte. Verglichen mit den beiden anderen Arten innerhalb der Gattung war der Anteil von Samen in der Gesamternährung höher, jedoch nicht so hoch wie beim eng verwandten Babakotia radofilai (Mittermeier et al., 2006; Godfrey et al., 2004).

Verbreitung

M. dolichobrachion war wahrscheinlich recht selten (Sussman et al., 2003) und teilte seinen Lebensraum mit Babakotia radofilai und Palaeopropithecus maximus, zwei anderen "Faultier-Lemuren" (Palaeopropithecidae) (Godfrey und Jungers, 2002). Mesopropithecus dolichobrachion war das am meisten abweichende Mitglied der Gattung und geographisch auf den äußersten Norden Madagaskars beschränkt (Godfrey et al., 2010).

Anatomie

Mesopropithecus dolichobrachion unterschied sich in den Proportionen der Gliedmaßen und der postcranialen Morphologie signifikant von den beiden anderen Arten (Simons et al., 1995). Vor allem war er aufgrund eines wesentlich längeren und stabileren Humerus die einzige Art der Gattung, bei der die Vorderbeine länger als die Hinterbeine waren (intermembraler Index: 113). Zusammen mit den stärker gebogenen Finger- und Zehenknochen verlieh ihm dies eine große Ähnlichkeit mit einem südamerikanischen Faultier mit seinen meist hängenden Körperhaltungen (Godfrey et al., 2010), worauf auch die Analyse eines Lendenwirbels hindeutet. Dieser sieht ähnlich wie der von Babakotia aus, mit einem mäßig reduzierten, dorsal orientierten Dornfortsatz [?] und zur Seite zeigenden Querfortsätzen [?]. Der Lendenwirbel lag im Vergleich in seiner Länge zwischen den anderen Palaeopropithecidae und seine Laminae (zwei Knochenplatten, die mit dem Dornfortsatz verbunden sind) waren nicht so breit wie beispielsweise bei Palaeopropithecus.

Die mittlere Schädellänge lag bei Mesopropithecus dolichobrachion bei 102 mm (Simons et al., 1995). In der Anatomie der Zähne lag der einzige nennenswerte Unterschied zu den beiden anderen Arten darin, dass der dritte obere Molar einen relativ breiteren Trigonid und einen kleineren Talonid aufwies (Godfrey et al., 2010).

Simons, E.L.; Godfrey, L.R.; Jungers, W.L.; Chatrath, P.S.; Ravaoarisoa, J. (1995). "A new species of Mesopropithecus (Primates, Palaeopropithecidae) from Northern Madagascar". International Journal of Primatology 15 (5): 653–682. doi:10.1007/BF02735287

Godfrey, L.R.; Jungers, W.L.; Burney, D.A. (2010). "Chapter 21: Subfossil Lemurs of Madagascar". In: Werdelin, L.; Sanders, W.J., eds (2010). Cenozoic Mammals of Africa. University of California Press. ISBN 978-0-520-25721-4.

Mittermeier, R.A.; Konstant, W.R.; Hawkins, F.; Louis, E.E.; Langrand, O.; Ratsimbazafy, J.; Rasoloarison, R.; Ganzhorn, J.U. et al. (2006). "Chapter 3: The Extinct Lemurs". Lemurs of Madagascar. Illustrated by S.D. Nash (2nd ed.). Conservation International. pp. 37–51. ISBN 1-881173-88-7

Godfrey, L.R.; Semprebon, G.M.; Jungers, W.L.; Sutherland, M.R.; Simons, E.L.; Solounias, N. (2004). "Dental use wear in extinct lemurs: evidence of diet and niche differentiation" (PDF). Journal of Human Evolution 47 (3): 145–169. doi:10.1016/j.jhevol.2004.06.003. PMID 15337413. http://www.clas.ufl.edu/users/krigbaum/proseminar/Godfrey_etal_2004_JHE.pdf.

Sussman, R.W. (2003). Primate Ecology and Social Structure. Pearson Custom Publishing. ISBN 978-0-536-74363-3.

Godfrey, L.R.; Jungers, W.L. (2002). "Chapter 7: Quaternary fossil lemurs". In Hartwig, W.C.. The Primate Fossil Record. Cambridge University Press. pp. 97–121. ISBN 978-0-521-66315-1

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