| Palaeopropithecus | |
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| Zeitraum: | Holozän |
| Verbreitung: | Madagaskar |
| Arten: | P. ingens P. maximus |
| Systematik | |
Palaeopropithecus ist der Gattungsname von drei ausgestorbenen Primatenarten aus der Familie Palaeopropithecidae, die wahrscheinlich bis ins späte Holozän auf Madagaskar überlebt haben.
Zusammen mit Mesopropithecus, Archaeoindris und Babakotia bildet Palaeopropithecus die Familie Palaeopropithecidae, die im Englischen gemeinhin als "sloth-lemurs", Faultier-Lemuren bekannt sind.
Palaeopropithecus hat sehr spezifische Anpassungen, insbesondere in Bezug auf die Fortbewegung, da sich die Mitglieder der Gattung mit dem Kopf nach unten mit allen vier Gliedmaßen von Ast zu Ast hangelten, ähnlich wie die heutigen südamerikanischen Faultiere. Bis jetzt sind zwei Arten beschrieben worden: P. ingens (1898) und P. maximus (1903).
Jüngste Ausgrabungen im Nordwesten Madagaskars deuten auf die Existenz einer dritten Art von Palaeopropithecus hin, die man Palaeopropithecus kelyus nannte und deren Existenz man bereits seit mehr als 20 Jahren vermutet hatte. Mit einem Gewicht von schätzungsweise 35 Kilogramm war sie kleiner als die die beiden bekannten Arten, aber immer noch sehr groß im Vergleich zum größten heuten lebenden Lemuren, dem Indri mit nur 10 Kilogramm.
Frühe Rekonstruktionen von Palaeopropithecus und anderen Riesenlemuren wurden durch falsche Zuordnungen einzelner prostcranialer Knochen sowie durch fantasievolle Interpretationen der verschiedenen Merkmale verfälscht. Auf der Grundlage einer Schädeldecke rekonstruierte der Paläontologe Herbert F. Standing Palaeopropithecus als ein aquatisches Lebewesen, das an der Wasseroberfläche schwamm und dessen Augen, Ohren und Nasenlöcher kaum aus dem Wasser ragten. Eine solche Lebensweise, so glaubte Standing, würde viele anatomische Besonderheiten erklären, wie etwa den langgestreckten und flachen Schädel, die Verengung der postorbitalen Region, die abgeflachten Bullae und die Position der Tränensackgrube innerhalb der Augenhöhle.
Der Paläontologe, der die meisten Anfangsprobleme mit der Zuordnung und Deutung richtig stellte, war Charles Lamberton. Er und einige andere hatten mit Nachdruck gezeigt, dass Palaeopropithecidae suspensorische Primaten waren (Lamberton, 1948)
C. Lamberton. 1948. Contributiona`lacon-naissance de la faune subfossile de Madagascar. Note 20. Membre posterieur des Neopropithéques et des Mesopropithéques. Bull Acad Malgache (nouvsérie)27:30–32.
