| Galagidae | |
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| Zeitraum: | seit dem Miozän |
| Verbreitung: | Afrika |
| Gattungen: | Galago Galagoides Komba Saharagalago Wadilemur |
| Systematik | |
Galagidae ist der Familienname einer Reihe heute lebender und ausgestorbener Feuchtnasenprimaten (Strepsirrhini). Fossile Formen lassen sich zurück bis ins Miozän verfolgen.
Aus dem Plio-Pleistozän gibt es nur wenige Fossilien von Galagiden (Harrison 2010). In der Gattung Galago ist neben Galago sadimanensis nur noch die ausgestorbene Art Otolemur (Galago) howelli formal beschrieben worden. Der Fund besteht aus einem fragmentarischen Oberkiefer, einem isolierten M2 und einem zahnlosen Unterkiefer und stammt aus der Shungura Formation im Omo-Tal in Äthiopien. Er ist zwischen 3,0 und 3,2 Millionen Jahre alt (Wesselman, 1984).
Fragmentarische Funde von anderen fossilen Galagiden stammen von Fundorten in Ost-Afrika, von denen einige wahrscheinlich zu heute noch existierenden Arten gehören. Mehrere Unterkieferfragmente, isolierte Zähne und postcraniale Knochen aus Bed 1 in der Olduvai-Schlucht in Tansania sind rund 1,8 Millionen Jahre alt und können der heute lebenden Art Galago senegalensis zugeordnet werden (Harrison 2010).
Aus dem späten Miozän Afrikas sind ebenfalls Fossilien von Galagiden bekannt. Dazu zählen ein isolierter oberer Backenzahn mit einem Alter zwischen 9 und 10 Millionen Jahren aus Harasib in Namibia (Conroy et al. 1996), einige isolierte Zähne und postcraniale Knochen eines kleinen Galagiden, Galago farafraensis aus Sheik Abdalla in Ägypten mit einem Alter zwischen 10 und 11 Millionen Jahren (Pickford et al., 2006), und ein unbeschriebener Unterkiefer einer galagiden Form aus Kapsomin in der Lukeino Formation in Kenia mit einem Alter von ungefähr 6 Millionen Jahren (Mein und Pickford, 2006)
Die Beziehungen der ostafrikanischen lorisoiden Gattungen aus dem frühen und mittleren Miozän untereinander (z. B. Komba, Progalago und Mioeuoticus) zu heute lebenden Linien der Galagos sind unklar.
Gebo (1989) ist der Meinung, dass alle Loris und Galagos von einem vierbeinigen, springenden Vorfahren abstammen. Er charakterisiert Komba minor und Progalago songhorensis - nachdem er deren Fußwurzelknochen untersucht hatte - als primitive cheirogaleide Springer, während er Komba robustus wegen einiger Spezialisierungen mit einer den Loris ähnlichen, langsamen Kletterweise in Verbindung bringt.
McCrossin (1992) erkannte in einer Studie über Komba winamensis (von der Maboko Insel, Kenia), dass Progalago und Mioeuoticus nur wenige Schädel-, Zahn- und Skelettspezialisierungen der Galagos aufweisen und somit enger mit Loris verwandt sind. Da er bei der Gattung Komba Spezialisierungen der Galagos identifizieren konnte, ist es nach seiner Meinung wahrscheinlich, dass sich die Gattung im frühen Miozän vom letzten gemeinsamen Vorfahren der Galagos abspaltete.
Schwartz (1986) ist auf der anderen Seite überzeugt, dass die Gattung Progalago nicht zu den Lorisidae gehört und besser in die Familie Galagidae passt.
H. B. Wesselman. 1984. The Omo Micromammals: Systematics and Paleoecology of Early Man Sites from Ethiopia. Contributions to Vertebrate Evolution 17
J. H. Schwartz. 1986. Primate systematics and a classification of the order. In: D. R. Swindler (ed.), Comparative Primate Biology, Vol. 1: Systematics, Evolution, and Anatomy. New York: Liss, pp1-41
D. L. Gebo. 1989. Postcranial adaptation and evolution in Lorisidae. Primates 30: 347–367
M. L. McCrossin. 1992. New Species of Bushbaby from the Middle Miocen of Maboko Island, Kenya. Am. J. Phys. Anthropol. 89:215-233
G. C. Conroy, B. Senut, D. Gommery, M. Pickford, & P. Mein. 1996. Brief communication: New primate remains from the Miocene of Namibia, southern Africa. American Journal of Physical Anthropology 99:487–492
M. Pickford, H. Wanas, and H. Soliman. 2006. Indications for a humid climate in the Western Desert of Egypt 11–10 Myr ago: evidence from Galagidae (Primates, Mammalia). Comptes Rendus Palevol 5(8):935-943
P. Mein, M. Pickford. 2006. Late Miocene micromammals from the Lukeino Formation (6.1 to 5.8 Ma), Kenya. Bulletin mensuel de la Société linnéenne. Lyon 75:183–223
T. Harrison. 2010. Later Tertiary Lorisiformes. In: L. Werdelin & W. J. Sanders (eds.), Cenozoic mammals of Africa, pp. 333-349, Berkely: University of California Press.
