Evolution der Primaten: Gattung Mioeuoticus

Miozän
Zeitraum: frühes Miozän
Verbreitung: Afrika
Arten: M. bishopi
M. shipmani
Schwestertaxa: Progalago
Systematik
ein aus

Mioeuoticus ist der Gattungsname zweier ausgestorbener Primatenarten aus der Familie Lorisidae innerhalb der Überfamilie Lorisoidea (Galagos und Loris), die im frühen Miozän vor 18 bis 19 Millionen Jahren in Afrika verbreitet waren.

Ihre Überreste wurden in Songhor und Rusinga in Kenia sowie in Napak in Uganda gefunden. Obwohl Mioeuoticus an den frühmiozänen Fundorten weniger häufig vertreten ist als Progalago oder Komba, ist die Gattung anatomisch wesentlich besser bekannt. Dies ist auf einen relativ vollständigen Schädel (KNM-RU 2052) der Art M. shipmani und einen teilweise erhaltenen Schädel der Art M. bishopi zurückzuführen. Dennoch ist Mioeuoticus mit seiner Anatomie primitiver als alle heutigen Lorisiden. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis kann Mioeuoticus als Schwestertaxon der heutigen Lorisidae angesehen werden. Harrison (2010) stellt als Folge die Gattung Miopithecus in eine separate Unterfamile, die Mioeuoticinae, um sie von heute lebenen Lorisiden zu unterscheiden.

Schädel

Mioeuoticus hatte einen recht stark gebauten Schädel und eine kurze und breite Schnauze mit großen Nasenöffnungen. Die Orbita waren groß, nach oben gerichtet und hatten einen dünnen Boden. Die Kiefer waren stark und der untere Gesichtsteil flach. Der Gaumen war relativ breit. Der Gehirnschädel (Neurocranium) war relativ klein und der Nackenkamm stark. Der Unterkiefer war tief und wird nach hinten immer tiefer.

Zähne

Der zweite Prämolar P2 hatte zwei Wurzeln und war im Vergleich zum vierten Prämolaren P4 recht groß. P4 hatte ein starkes linguales Cingulum. Die Backenzähne waren bunodont mit niedrigen Kronen. M1 und M2 ware relativ groß und in ihren Umrissen rechteckig bis fast quadratisch mit konvexen distalen Rändern. Der Hypoconus war relativ groß und fast direkt distal zum Protokonus positioniert. M3 war dreieckig und es fehlte ein Hypokonus. Der untere Prämolar P4 hatte einen verkümmerten Metaconid, einen breiten Talonid mit kleinen Knötchen auf den distalen Rand. Der Trigonid der unteren Backenzähne war nur etwas höher als der Talonid und mesiodistal kurz und subquadratisch.

T. Harrison. 2010. Later Tertiary Lorisiformes. In: L. Werdelin & W. J. Sanders (eds.), Cenozoic mammals of Africa, pp. 333-349, Berkely: University of California Press.

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