Evolution der Primaten: Unterfamilie Cercamoniinae

Zeitraum: Eozän
Verbreitung: Nordamerika, Europa, Afrika
Gattungen: Buxella
Cercamonius
Europolemur
Panobius
Periconodon
Anchomomyinae
Schwestertaxa:: Asiadapinae
Notharctinae
Smilodectes
Pelycodus
Notharctus
Systematik
ein aus

Cercamoniinae ist der Name einer Unterfamilie der Primaten (Familie Notharctidae, Überfamilie Adapoidea), zu der man heute sieben ausgestorbene Primatengattungen zählt.

Sie lebten hauptsächlich in Europa vor der Invasion der echten Adapiden. Fast dreißig Arten von Cercamoniinae gibt es allein unter den europäischen Fossilien. Weitere Arten stammen von so weit auseinanderliegenden Orten wie Ägypten und Texas. Obwohl die Anatomie der Cercamoniinae ist nicht so gründlich wie die von Adapis und Notharctus dokumentiert ist, tragen diese Tiere entscheidend zu unserem Verständnis der Primatenevolution bei, da sie die größten Ähnlichkeiten mit Anthropoiden aufweisen. Wenn sich die anthropoiden Primaten aus Mitgliedern der Familie Notharctidae entwickelt haben, dann sind die Carcmoniinae die Hauptverdächtigen.

Cercamoniinen haben eine breite Palette von Körpergrößen entwickelt. Die kleinste Gattung ist Anchomomys, von der einige Arten nicht mehr als 100 Gramm wogen. Die größte Art ist Cercamonius brachyrhychus, die fast vier Kilogramm wog. Angesichts dieses breiten Spektrums von Körpergrößen, sollte es nicht überraschen, dass sich verschiedene Arten von Cercamoniinen von verschiedene Nahrungsmitteln ernährt haben. Die kleineren Formen wie Anchomomys haben wahrscheinlich Insekten und andere Kleintiere gefressen. Viele mittelgroße Arten ernährten sich wahrscheinlich vor allem von Früchten, eine Ernährung, die mit Insekten und kleinen Wirbeltieren ergänzt wurde.

Je größer Cecamoniinen waren, um so mehr ernährten sie sich wahrscheinlich von Blättern. Jedoch zeigt kein Cercamoniine die extremen Spezialisierungen der blätterfressenden Adapidae. Zum Beispiel fehlt ihnen der große Saggital- und Nackenkamm auf dem Schädel, die charakteristisch für Adapiden sind. Dies deutet darauf hin, dass Cercamoniinen einen kleineren Musculus temporalis [?] besaßen, so dass sie weniger effiziente Kaumaschinen wie Adapiden gewesen sein müssen.

Von einigen Cercamoniinen sind teilweise erhaltene Skelette oder disartikulierte Extremitätenknochen gefunden worden. Diese Exemplare zeigen, dass Cercamoniinen mit ihren im Vergleich zu den Vorderbeinen deutlich längeren Hinterbeinen eher den Notharctiden anstatt den Adapiden ähneln. Dementsprechend haben sie sich wahrscheinlich akrobatisch hauptsächlich durch Klettern und Springen durch die eozänen Wälder Europas fortbewegt. Es ist schwer zu bestimmen, ob Cercamoniinen in erster Linie tag- oder nachtaktiv waren, da die Schädel, an denen die Größe der Augenhöhlen ermittelt werden kann, so selten sind. Offenbar gab es sowohl tag- als auch nachtaktive Arten. Zum Beispiel besitzt Europolemur koenigswaldi aus dem mittleren Eozän, dessen Überreste man in der Grube Messel in Deutschland fand, relativ kleine Augenhöhlen, was darauf hinweist, dass dieser Primat hauptsächlich tagsüber aktiv war.

 

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